Können Vierbeiner Fernsehen?

Darüber gibt es etliche Diskussionen. Vermutlich hast auch Du mit Deinem Hund verschiedene Erfahrungen gesammelt und einiges beobachtet. Zum Beispiel, dass Wuffi Tiersendungen bevorzugt. Zum Beispiel, dass Wuffi sich an Rex, Boomer und Struppi stört und sie wütend anbellt. Zum Beispiel, dass Western gemieden werden müssen, da Wuffi bei jedem Pferd im Bild entrüstet zum Fernseher springt und seiner Empörung lautstark Ausdruck verleiht.
Was genau passiert eigentlich, wenn unser felliger Freund seinen Blick auf die Mattscheibe richtet? Was genau kann er sehen und wahrnehmen?


Eins vorweg: Auf der Suche nach einer wissenschaftlichen Beschäftigung oder Studie zum Thema wurden wir nicht fündig. Wir sind überzeugt, dass es sie gibt, konnten jedoch kein entsprechendes Material zutage fördern.
Grundsätzlich heißt es aber, dass Forscher der Meinung sind, dass Vierbeiner durchaus dem Geschehen auf dem Bildschirm folgen können. Unsere Beobachtungen als Frauchen und Herrchen bestätigen diese These. Unsere felligen Freunde schauen mitunter über einen längeren Zeitraum gebannt auf die Mattscheibe und erkennen einzelne Bildobjekte. Genau das beweist Bello, wenn er einen TV-Hund anbellt, sich über einen Piepmatz aufregt oder einer Katze am liebsten zeigen möchte, wo die Tür ist.

Die modernen Fernseher tragen dazu bei. Bei älteren Geräten sieht es ganz anders aus, denn Hunde sind nicht in der Lage, herkömmliche TV-Bilder mit 50 Hertz als zusammenhängende Szene zu verfolgen. 50 Hertz sind für das Hundeauge zu langsam, ein unangenehmes Flimmern umlagert die Bilder. Grund genug, um schnell wieder wegzuschauen. „Schnell“ ist das Stichwort, denn Einzelbilder, die schnell aufeinander folgen, kann Wuffi wunderbar wahrnehmen. Somit ist die vierbeinige Sicht flimmerfrei, wenn die 100 Hertz Technik zum Einsatz kommt.

Fakt ist, dass Vierbeiner über eine schwächere Sehstärke verfügen und auch Farben anders wahrnehmen als der Zweibeiner. Hinzu kommt, dass die in Europa üblichen 50 oder gar 25 Bilder pro Sekunde für das Hundeauge zu wenig und zu langsam sind. Kein Wunder also, dass Waldi sein Köpfchen schnell wieder sinken läßt und die Augen schließt. Da erhält die Aussage „das Fernsehen wirkt einschläfernd“ eine völlig neue Bedeutung…

Befindet sich die Fellnase unmittelbar vor dem Fernseher, kann sie die Bildobjekte nicht mehr genau erkennen. Bei einem Abstand von 30 bis 50 Zentimeter werden Details nämlich unscharf. Was Hunde dagegen wirklich ausgezeichnet können, ist die Wahrnehmung von Bewegung. Wozu benötigt der Vierbeiner Tiefenschärfe und eine ausdifferenzierte Farbwahrnehmung, wenn er dagegen prima bei schlechten Lichtverhältnissen sehen, das Sehfeld ausdehnen und Grautöne optimal unterscheiden kann?

Außerdem sind da noch das fabelhafte Gehör und der ausgeprägte Geruchssinn. Geräusche nehmen unsere felligen Freunde intensiv wahr und reagieren darauf. Schau also mit einem Hund Fernsehen, und Dir wird auffallen, in wievielen Filmen Gebell zu hören ist 😉

Ein kurzes Fazit: Vierbeiner sehen durchaus fern, sie können Objekte unterscheiden und erkennen. Sie können allerdings keiner Handlung folgen, wobei wir vermuten, dass sie es verschmerzen werden. Für sie dürfte es sowieso am schönsten sein, nebenbei an einem Knochen zu knabbern oder sich kraulen zu lassen.

 

Quellen:
http://www.warndt-waldis.de/hundehaltung/was-sieht-mein-hund/
http://www.kirasoftware.com/Koennen_Hunde_Fernsehen.php

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2 Antworten auf Können Vierbeiner Fernsehen?

  1. Mareike sagt:

    Was Hunde wie sehen können, war mir gar nicht klar. Super interesant!
    Mein Wolli (Havaneser) bellt bei Vogelgezwitscher. Zum Schießen

    • Rebecca sagt:

      Hallo Mareike, vielen Dank für Deinen Kommentar! Wir finden das Thema auch sehr spannend. Und dass Vögel angebellt werden, ja, das kennen wir auch – zur Genüge…

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