Trennungsangst – wenn der Vierbeiner nicht allein sein möchte

Der Hund ist ein überaus soziales Wesen. Das bedeutet, dass er gern mit seinem Rudel zusammen und ungern allein ist. Der Mensch ersetzt das Rudel. Klar, dass der Vierbeiner ihm kaum noch von der Seite weicht. Doch es gibt Momente, da muss der fellige Freund allein zuhause bleiben. Nicht immer die einfachste Situation.

Dem Vierbeiner steht es ins Gesicht geschrieben, dass er nicht begeistert ist. Nun, vielleicht interpretieren wir Hundehalter manchmal zuviel in die vierbeinige Mimik, aber Fakt ist, dass manche Hunde schlechter als andere allein zuhause bleiben können. Die einen jaulen, die anderen bellen ununterbrochen und wieder andere zerlegen das Mobiliar. So wird jeder Kinobesuch oder Einkauf von einem unwillkommenen Gefühl begleitet: dem schlechten Gewissen.

Wir sprechen nicht von Fällen, in denen Bello und Co regelmäßig viele Stunden allein gelassen werden. Dass unsere Hunde uns brauchen und Zeit mit uns verbringen müssen, ist wohl eine Selbstverständlichkeit. Kann der Zweibeiner das nicht gewährleisten, schafft er sich keinen Vierbeiner an.
Hier geht es vielmehr um die Möglichkeit, das Haus für wenige Stunden auch einmal ohne Fellnase verlassen zu können. Damit das funktioniert, können Frauchen, Herrchen und Wuffi ein Training absolvieren.

Das gelingt besonders gut, wenn Dein Vierbeiner bereits als Welpe Familienmitglied wird. Allmählich wird der Hund gewöhnt, und er lernt, dass Alleinesein keine Katastrophe ist. Ein älteres Tier läßt sich ebenso mit ein wenig Geduld trainieren.
Du beginnst damit, dass Du in einen anderen Raum gehst und die Tür anlehnst. Auf diese Weise kann Dir Deine Fellnase nicht folgen. Jault und bellt Fifi, reagierst Du nicht, wartest ein wenig, und ist es wieder ruhig geworden, öffnest Du die Tür. Sobald Du auf Randale reagierst und Dich Deinem Hund zuwendest, wenn er noch Radau macht, bringst Du ihm bei: „Hey, belle ich wie ein Irrer, kann ich wieder zu meinem menschlichen Kumpel.“ Eine Konditionierung dieser Art ist alles andere als wünschenswert, denn Waldi könnte auf den Geschmack kommen und sie in jeder passenden Situation anwenden.

Besagte Übung wiederholst Du mehrmals am Tag, wobei Du die Dauer langsam steigerst, wenn Dein Hund gut reagiert hat. Viele Gelegenheiten bieten sich dazu: Du bringst den Müll ohne ihn oder sie ´raus. Du gießt die Blumen im Garten oder kaufst eine Zeitung beim nahen Kiosk. Jedesmal achtest Du auf das Verhalten Deines Vierbeiners, achte darauf, dass er entspannt bleibt. Anderenfalls schaltest Du einen Gang ´runter und verkürzst die Dauer Deines Wegbleibens.

Wichtig ist, kein Brimborium zu veranstalten. Weggehen und Wiederkommen sind völlig normale Situationen und müssen nicht durch emotionsgeladene Verabschiedungen und Begrüßungen gekennzeichnet werden. Die allmähliche Zeitsteigerung ermöglicht Dir nach einigen Wochen, Deinen felligen Freund problemlos allein zu lassen. Er hat gelernt, dass genau das keine große Sache ist und Du bald wieder da bist.

Ein weiterer Tipp ist, den Hund vor einem Weggang auszulasten, mit ihm spazieren zu gehen, ihn zu füttern, schlichtweg sich um ihn gekümmert zu haben. Nur ein ausgeglichener Vierbeiner ist entspannt und ist vielleicht sogar so müde, dass er die Zeit verschläft, in der Du nicht da bist.
Bestimmte Bachblütenmischungen können eine zusätzliche Unterstützung sein.

Eine Idee ist übrigens, dem Haustier einen Artgenossen, also einen felligen Gefährten zur Seite zu stellen. Zu zweit ist man, äh Hund weniger allein.

 

Quellen:
http://www.ursula-berger.de/2009/08/28/trennungsangst-beim-hund/
http://www.hundetrainerblog.de/erziehung/trennungsangst-bei-hunden.html
Jan Fennell „Mit Hunden sprechen“, 2003
http://www.tierschutzverein-lingen.de/subfiles-tierhaltung/hunde-trennungsangst.html

 

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