Wie Hund und Mensch miteinander kommunizieren

Frauchen und Herrchen sitzen gemütlich beim Essen. Der Vierbeiner befindet sich natürlich in unmittelbarer Nähe, schließlich kann jederzeit ein Häppchen von der Gabel fallen. Passiert das zum Leidwesen des felligen Familienmitglieds nicht, kommt es schon einmal vor, dass der Zweibeiner mit der Pfote angestupst wird. Das ist Fifis Art, etwas zu sagen. Das ist Kommunikation.

Holt der Hund ein Spielzeug und legt es vor Frauchens oder Herrchens Füße, ist sein Wunsch unmißverständlich: Spiel mit mir! Unsere Fellnasen sprechen mit uns, ihre Sprache ist in der Regel klar und deutlich und schnell erlernbar. Durch unser Miteinander und unsere Erfahrung lernen wir, unseren vierbeinigen Freund zu verstehen, der umgekehrt ebenfalls unsere Art der Kommunikation begreift.

Bello und Co bellen, stupsen und zeigen. Eine wichtige Rolle spielt dabei immer der Blickkontakt zum Menschen. Der abwechselnde Blick auf den Zweibeiner und einen Gegenstand stellt eine Verbindung zwischen Hund, Mensch und Objekt her. Zu erraten, was der Vierbeiner genau möchte, ist nicht kompliziert.

Durch Gebell lenken Fifi und Hasso unsere Aufmerksamkeit auf sich. Was unser Nervenkostüm strapaziert, ist Wauzis Art sich mitzuteilen. Wissenschaftler des Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie gehen davon aus, dass der Hund das Bellen nur für diesen Zweck entwickelt hat. Ihre Ahnen, die Wölfe bellen nämlich fast nie. Uns aber vermittelt das Bellen Informationen. Nicht zuletzt verdeutlicht es auch die vierbeinige Gemütslage. Tests haben bewiesen, dass Menschen in der Lage sind, aus dem Bellen herauszuhören, ob ein Hund agressiv, ängstlich, verzweifelt, fröhlich oder in Spiellaune ist. Ja, der Hund hat auch uns gut konditioniert…

Doch die kommunikativen Fähigkeiten unserer felligen Kumpel gehen noch viel weiter.
Das was Hundehalter sicher schon einmal beobachtet haben, bestätigen Studien: Hunde holen sich Hilfe vom Zweibeiner und zwar viel eher, als es andere Tiere tun. Wenn es Wauzi beispielsweise nicht gelingt, die Futterdose zu öffnen, fordert er unsere Hilfe. Das allerdings sehr zurückhaltend, er läßt den Blick einfach zwischen uns und der Futterdose hin und her schweifen. Damit sagt er uns: „Komm, unterstütz mich, öffne mir die Dose!“

Im Gegenzug funktioniert die Kommunikation von Mensch zu Hund besonders effektiv über verbale oder akkustische Kommandos und Zeigegesten. Grund dafür ist die Häufigkeit, mit der Zweibeiner Gestik benutzen. Forscher kamen durch verschiedene Experimente zu dem Ergebnis, dass sich Vierbeiner sogar mehr auf die menschliche Zeigegeste verlassen als auf ihre eigenen Sinne.
Übrigens ist der Hund das Tier, das den menschlichen Zeigegestus am besten versteht.

Interessanterweise benutzen Vierbeiner die typisch menschlichen Gesten selbst, in Form von besagtem Anstupsen oder Anstarren. Jedoch nicht in der Interaktion mit Artgenossen. Daher vermuten Experten, dass Fellnasen die kommunikativen Fähigkeiten im Laufe des Jahrtausende langen Zusammenlebens mit uns Zweibeinern erlernt haben. Für Waldi war es evolutionär sinnvoll, sich dem Menschen anzupassen. Deshalb sind Hunde in vielen Situationen fähig, uns, unser Verhalten und Teile unserer Sprache zu begreifen.

Evolution und Domestikation haben neben Lebenserfahrung und Training zu dieser begrüßenswerten und spannenden Entwicklung beigetragen. Je mehr sich Frauchen und Herrchen mit ihrem Hund beschäftigen und ihn trainieren, umso besser versteht er sie. Genau daran sind unsere vierbeinigen Freunde interessiert, und wiederum genau darum sind sie so talentiert, uns zu verstehen und mit uns zu kommunizieren.

 

Quelle:
http://www.focus.de/wissen/natur/hunde/forschung/tid-27587/so-gewitzt-sind-die-vierbeine-wie-hunde-und-menschen-miteinander-sprechen_aid_832788.html

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Wissenswert veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *